Chronik (ab 1959)

Chronik (ab 1959)

So entschloss sich Präsident “Stibbi”, als er 1959 das 70. Lebensjahr vollendet hatte, aus Alters- und Gesundheitsgründen von seinem Amt zurückzutreten. “Ich verlasse kein sinkendes Schiff”, erklärte er in der Generalversammlung, “der Verein steht gefestigt und hochangesehen da. Ich möchte einer jüngeren Kraft Platz machen, die den Forderungen der neuen Zeit besser gewachsen ist, und ich glaube, dass wir den rechten Mann gefunden haben. “Der neue Präsident hieß Franz-Josef Florack. Unterstützt von dem nimmermüden Geschäftsführer Heinrich Weiss jr. und dem pflichteifrigen Kassierer Josef Münstermann, nahm der neue Präsident Franz-Josef Florack mit jugendlichem Eifer und ganzer Kraft seine Tätigkeit auf.

Es wurde der “Festausschuß der Heinsberger Vereine” gegründet, der u.a. die Entwicklung eines “Festgroschens” bei allen öffentlichen Veranstaltungen vorschreibt; damit sollte die Grundlage geschaffen werden, daß jeder die Prinzenwürde erringen könnte. Namhafte Spenden hochherziger Gönner gaben dem Präsidenten ferner die Möglichkeit, dem Fanfarenkorps neue Uniformen, den Trommlern und Pfeifern eine neue Ausrüstung, der Artillerieabteilung ebenfalls neue Monturen zu beschaffen und nicht zuletzt auch noch eine neue schmucke Stadtgarde mit Tanzmariechen aufzustellen. So bot sich dem erstaunten Publikum in der Gala-Sitzung 1961 nach bejubeltem Einmarsch ein glanzvolles Bühnenbild aus eigenen Kräften. Im folgenden Jahr 1962 wurde wieder ein Prinz gekürt: Theo I. (Kaussen).

Die Vorbereitungen zur Feier des 50-jährigen Bestehens des H.K.V. mit Jubiläums-Gala-Sitzung hatten schon begonnen, da wurde in einer Versammlung auf Vorschlag des Stadtdirektors Nouvertné noch eine Organisation geschaffen, die für den Jubelverein eine nicht zu unterschätzende Hilfe bedeutete, das “Komitee Heinsberger Karneval”. Als Dachorganisation zur Pflege und Förderung des vaterstädtischen Karnevals soll es den Prinzen küren und proklamieren, die großen Feierlichkeiten der närrischen Tage, insbesondere den Zug, vorbereiten und durchführen, sowie in eigener Kassenführung die Einnahmen aus Spenden, Zuschüssen und dem Festgroschen verwalten und verteilen. Es soll sich zusammensetzen aus einem Präsidenten, dem Stadtkämmerer als Schatzmeister, einem städtischen Beamten als Geschäftsführer, dem Bürgermeister, dem Stadtdirektor und den Vertretern der karnevalstreibenden Vereine (HKV, NKS und VdK). Zum Komiteepräsidenten wurde der allseits beliebte und bewährte Karnevalist Karl Lennartz einstimmig gewählt.

Im Jahre 1968 schlossen sich karnevalsbegeisterte Damen und Herren zusammen, um als Senatoren die Fastnacht zu fördern. Senatspräsident wurde W. Giesen. Im Jahre 1969 trat Franz-Josef Florack, der viele Jahre lang dem H.K.V. als Präsident vorstand, zurück und übergab sein Amt in die Hände von Günter Lentzen, der dieses Amt bis 1983 inne hatte. Als Komiteepräsidenten fungierten nach dem Rücktritt von Karl Lennartz W. Giesen und A. Schafhausen. Der H.K.V. hat es in den letzten Jahren unter seinen beiden letzten Präsidenten verstanden, die Karnevalszeit besonders festlich zu gestalten. So fanden nicht nur in jedem Jahr zwei festliche Prunksitzungen statt, auch der Kinderkarneval wurde seit 1964 aktiviert und besondere Kindersitzungen veranstaltet, die sich großer Beliebtheit erfreuen.

In den Jahren 1963, 1965 und 1971 wurden große Karnevalszüge veranstaltet, die tausende Menschen in die Stadt zogen. Die Aufzählung der vielen Wagen und Fußgruppen würde in diesen Rahmen zu weit führen. Eine Karnevalszeitung erscheint bereits zum zehnten Male. Seit dem Jahre 1972 besteht neben den bisherigen Garden auch noch eine Mädchengarde des H.K.V., die das schon bunte Bild des Heinsberger Karnevals noch farbenprächtiger gestalten wird. Dazu werden auch die neuen Jacken des Elferrats in den Stadtfarben beitragen.

Diese kurze Darstellung zeigt, dass Karneval in Heinsberg nach wie vor lebendig ist und im Leben der Stadt seinen festen Platz hat. Das ist aber nur möglich, weil viele Helfer, die nicht alle genannt werden können, sich karnevalistisch betätigen und den H.K.V. auf vielerlei Art und Weise unterstützen. Allen, die in vergangenen Jahren aktiv oder fördernd dem Verein ihre Hilfe schenkten, sei gedankt. Dank gilt auch den Helfern und Mitarbeitern in unseren Tagen.